Ankündigung

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Bürgerinnen und Bürger,

der Förderverein plant für der 28.April 2014 um 19.30 Uhr die nächste Infoveranstaltung in der Stadthalle Neuerburg. Wir erwarten bis dahin schon einige Ergebnisse. Bitte merken Sie sich den Termin schon einmal vor.

Wilhelm Ahlert, 1. Vorsitzender

Brief an Sr. Basina

Sehr geehrte Schwester Basina ,

die Mitglieder unseres Fördervereins Marienhausklinik St.Josef Neuerburg sind über die geplante Schließung des St.Josef Krankenhauses Neuerburg zum 30.06.2014 entsetzt. Seit 16 Jahren begleitet der Förderverein, dem 17 Vereine ,29 Ortsgemeinden ,die Verbandsgemeinde Neuerburg und die  Stadt Neuerburg  sowie 390 Einzelförderern angehören, das Geschehen um das Krankenhaus. Nicht nur, dass erhebliche Fördergelder und Geldzuwendungen, z.B. in die Anschaffung wertvoller medizinischer Geräte, investiert worden sind. Auf Antrag der Geschäftsführung auch in den Jahren 2012 und 2013. In den vergangenen 16 Jahren waren es über 140 000 Euro die der Förderverein in Anschaffungen investiert hat . Diese Anschaffungen waren  dringend notwendig ,konnten aber nicht über das offizielle Budget realisiert werden.

Wir Neuerburger wissen, dass Sie sich immer für den Erhalt des St.Josef Krankenhauses  Neuerburg, das die Franziskanerinnen von Waldbreitbach  vor genau 60 Jahren  übernommen hatten, eingesetzt haben. Noch bei der Verabschiedung der beliebten Schwestern Adeltraud Caspers und Theresa Porten prägten Sie den bedeutsamen Satz: "Die Versorgung der Menschen in den ländlichen Regionen gehört nach wie vor zu unseren Unternehmenszielen." Sie waren schon oft Adressatin der Neuerburger Sorgen und haben uns weiterhelfen können. Wir vertrauen auch dieses Mal auf Sie. Als Gründe  der Schließung werden immer wieder negative wirtschaftliche Entwicklungen genannt.

1.) Mangelhafte Belegung
2.) Teure Honorarärzte für die Behandlung.

Dazu möchten wir folgendes ausführen:
Zu 1.)  Die Einweisungen hätten mehr sein können, aber von Seiten des Trägers wurde auch nichts unternommen. Während des Umbaus in Bitburg wurden lieber Patientenzimmer überbelegt (statt 3, dann 4 - 5 Patienten) oder die Patienten  wurden auf dem Gang versorgt. Eine Verlegung in das Neuerburger Verbundkrankenhaus  wurde von der Geschäftsführung untersagt.

2.)  In Bitburg gibt es 3 internistische Fachabteilungen, die jeweils mit Chefärzten, Oberärzten und Assistenzärzten ausgestattet sind. Nach dem Weggang von Oberarzt Schubert war es nicht möglich, die ärztliche Versorgung der Patienten in Neuerburg  aus dem Pool zu organisieren. Nein, es wurden  teure Honorarärzte in Neuerburg eingesetzt.

Wir haben einfach den Eindruck, dass das Neuerburger Krankenhaus bewusst in die roten Zahlen gefahren wurde, um das ungeliebte Krankenhaus endlich schließen zu können. Warum wurde nicht über die Probleme informiert. Warum wurde nicht gemeinsam, auch mit uns, nach Alternativen gesucht, um die Belegung zu verbessern. Noch auf der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Anfang 2013 wurde seitens der Geschäftsführung positiv berichtet. Die Weaning Abtlg. und die Phase F waren in der positiven Bilanz. Patienten haben sich regelmäßig positiv über das Neuerburger Krankenhaus geäußert. Die gute ärztliche Behandlung und die gute, persönliche Pflege und Atmosphäre wurde immer wieder betont. Die Geschäftsführung der Marienhausklinik zeigte noch das Ergebnis einer Patientenumfrage zur Zufriedenheit; Neuerburg schnitt sehr gut ab vor Bitburg und Gerolstein.

110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter viele Teilzeitkräfte, wissen nicht wie es weitergeht, wenn auch Angebote gemacht werden für Bitburg und Gerolstein. Für alle Mitarbeiter, das zeigen die Gespräche, gibt es keine Stellen im Verbund.  Für die Mitarbeiter würde das bedeuten, bis zu 50 km nach Bitburg und bis zu 80 km Wegstrecke  nach Gerolstein. Für Teilzeitkräfte würde das bedeuten, es rechnet sich nicht mehr  und sie verlieren den Arbeitsplatz. Der Neuerburger Raum braucht unbedingt die Möglichkeit der stationären Aufnahme und Versorgung. Rettungsfahrzeuge benötigen ansonsten bis zu 40 Minuten bis nach Bitburg oder Prüm.

Nicht nur im Koalitionsvertrag  der Regierung unseres Landes Rheinland-Pfalz heißt es , dass großer Wert auf den Erhalt der Krankenhäuser auf dem Land gelegt wird. Immer wieder wird von den Politikern betont, wie wichtig die medizinische Versorgung  auch auf dem Lande ist. Studien besagen, dass in ca. 10 Jahren kaum noch Hausarzt-Praxen im Neuerburger Land bestehen. Bei diesem Hintergrund ist der Erhalt des Neuerburger Krankenhauses unabdingbar. Lediglich  ambulante Versorgung reicht nicht, Neuerburg und das Umland brauchen auch stationäre Versorgung.

Der sehr tüchtige und allseits beliebte Chirug Dr.Ingvo Müller, der im Krankenhaus seine Praxis  mit 8 Belegbetten hat , kann sich in Neuerburg ohne Belegbetten und der entsprechenden Infrastruktur im Krankenhaus  nicht halten.

Was ist mit der Phase F, zur Zeit mit 12 Patienten  belegt, wenn es in Neuerburg sonst keine stationäre Versorgungsmöglichkeiten gibt, was mit ärztl. Versorgung, Pflegepersonal, Versorgung hin bis zur Küche? Bis zu 300 Schüler der Ganztag schulen werden  z. Zt. mit Essen aus der Kranhausküche  versorgt.

In seiner letzten Sitzung am 11. März 2014 äußerte  auch der Seniorenbeirat des Kreises Bitburg-Prüm sein Befremden über eine drohende Unterversorgung  des Westteiles des Eifelkreises Bitburg-Prüm .

Neuerburg steht exemplarisch für das Problemfeld „Ländlicher Raum"  unseres  Kreises.

Es darf und kann nicht sein, dass die medizinische Versorgung  des ländlichen Raumes  nur unter wirtschaftlichen Aspekten gesehen wird. Hier ist auch die Kommunal- und Landespolitik gefordert.

Nach Überzeugung der Mitglieder des Förderverein St. Josef Krankenhaus Neuerburg muss ein Konzept gemeinsam mit dem Land, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Kostenträger, z.B. AOK, der Hausärzte, des Marienhaus Klinikum  Eife, der Stadt Neuerburg, des Eifelkreises  und der VG Neuerburg erarbeitet werden. Die entscheidende Frage: Wie kann eine ausreichende und zweckmäßige ambulante, statiionäre und pflegerische Versorgung der Patienten in der Region Neuerburg, dazu gehört auch Irrel und Arzfeld, sichergestellt werden?

Sehr geehrte Schwester Basina, die Neuerburger, insbesondere die Mitglieder des Fördervereins, geben nicht auf. Wir sind sicher, dass es einen Weg zum Erhalt unseres Krankenhauses gibt. Wir bauen auch in besonderer Weise auf Sie. Wir wünschen uns ein persönliches Gespräch mit  Ihnen, um unsere Bedenken und Sorgen mit Ihnen in kleinem Kreis zu besprechen. Der gute Ruf der Waldbreitbacher Franziskanerinnen hat erheblich Schaden genommen in der Bevölkerung.

Wir laden Sie recht herzlich nach Neuerburg ein.

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